Ansprache des neuen Stadtbeauftragten, Dr. Andreas Archut, am 24.06.2010

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Profittlich,
sehr geehrte Geistlichkeit,
sehr geehrter stellvertretender Diözesanleiter Prinz von Croy,
sehr geehrter Diözesangeschäftsführer Rösler,
liebe Mitglieder des Beirates,
liebe Kollegen von den Hilfsorganisationen,
liebe Gäste, liebe Malteser!

Er hätte „das schönste Amt neben dem Papst“, hat 2005 der damalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering gesagt. Wie mag er heute darüber denken? Jedenfalls werden die Inhaber beider Ämter derzeit nicht um ihre Aufgabe beneidet. Bin ich froh, dass ich heute „das schönste Amt neben Großmeister“ antreten darf! Ich könnte mir keine dankbarere Aufgabe für einen Malteser vorstellen, als Bad Honnefer Stadtbeauftragter des MHD zu werden. Und das, liebe Freunde, liegt an Euch! Ihr seid eine großartige Malteser-Gliederung. Großartig, weil die Honnefer Malteser es seit 45 Jahren verstehen, sich immer wieder neu zu erfinden. Die Honnefer Malteser sind auch deshalb großartig, weil hier noch der Dienst am Nächsten im Mittelpunkt steht und nicht Konsum, Geld, Macht oder andere Götzen. Großartig, weil sich hier Menschen aller Altersstufen und Herkunft engagieren können und Herausforderungen, Sinn und Perspektive erhalten. Dadurch werden ehrenamtliche „Karrieren“ möglich, die länger dauern, als viele Beschäftigungsverhältnisse oder manche Ehe! Und damit meine ich nur seit Jahrzehnten aktive Urgesteine wie Familie Beschoner, Susanne und André Schmitz, Jens und Elsbeth Müller und viele andere. Ich nenne auch stellvertretend für andere auch unseren Jugendsprecher Thorsten Sauer – fast 18 Jahre jung, hat er schon sein halbes Leben bei den Maltesern verbracht. Ein jugendlicher Ehrenamtsgreis sozusagen! Und die nächste Generation steht schon in den Startlöchern: Vor einem guten halben Jahr haben Florian Papke und Philipp Schmitt eine Nachwuchsgruppe gegründet. Fast 20 Mitglieder hat die Gruppe der „Aces“, wie sie sich selber nennen, und alle sind hoch motiviert auf dem Weg, sich fit für die Mitarbeit in unseren Einsatzdiensten zu machen.

Ja, wir Honnefer verkörpern all das, worauf die Malteser seit 900 Jahren zu Recht stolz sind. Tuitio fidei et obsequium pauperum - „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ - das schrieben sich schon die ersten Ritter vom Orden des Heiligen Johannes auf ihre Fahnen. Und auch, wenn wir Honnefer nicht immer in der ersten Reihe beten, so stellen wir uns doch jeden Tag durch unsere Taten in ihre Nachfolge. Wir Honnefer Malteser sind nämlich gerade auf den Feldern besonders stark, die den Kern des Selbstverständnisses der Malteser ausmachen - Christsein in einer zeitgemäßen Form. Für die Malteser-Ritter von heute heißt Nächstenliebe Katastrophenschutz, Sanitätsdienst, Erste-Hilfe-Ausbildung, Altenhilfe, Jugendarbeit und manches mehr.

Ohne zuverlässige Freunde und Spender ginge es nicht, etwa das Aalkönigskomitee, die Sparkasse oder auch der Bridgeclub. Oder die rund 2.000 Fördermitglieder der der Malteser im Siebengebirge – eine weit über die Stadtgrenzen hinaus bestaunte Zahl! Ihr Beitrag stützt die vielfältigen Aufgaben der Malteser im In- und Ausland. Besonders wertvoll sind uns übrigens die Beiträge der rund 100 „passiven Mitglieder“, denn ihr Beitrag bleibt in voller Höhe unserer Gliederung erhalten. Ein Hilfspotential, das wir ausbauen sollten! Darum lade ich alle Anwesenden ein, mitzuhelfen, bis zur nächsten Johannisfeier 100 zusätzliche passive Mitglieder für die Honnefer Malteser zu gewinnen! Für die von Ihnen, die es noch nicht sind, haben wir übrigens Aufnahmeanträge bereitgelegt...

Wir feiern heute einen Übergang, keinen Neuanfang. Das „Winning Team“, das Micha Höller, Katharina Beschoner und ich seit 10 Jahren waren, bleibt in neuer Besetzung weiter bestehen. Katharina ist und bleibt die gute Seele unserer Gemeinschaft, der wir so viel verdanken. Micha Höller hat sich entschieden, fürs erste als stellvertretender Stadtbeauftragter weiterzumachen. Dafür danke ich Dir, lieber Micha! Und mit Günther Raths habe ich nun einen weiteren Stellvertreter  gewonnen. Er ist uns schon seit geraumer Zeit als Mitglied des Beirates verbunden und referiert regelmäßig als Dozent in Rechtsfragen für die Malteser.  Der „Quereinsteiger“ Günther Raths hat sich bereitwillig in die Pflicht nehmen lassen, er hat schon einige Kurse absolviert und  Anstrengungen unternommen, die Malteser noch genauer kennen zu lernen. Lieber Günther, wir freuen uns auf Deine Ideen und Impulse für unsere Arbeit! Davon liegt einiges vor uns.

Unsere zentrale Aufgabe ist es, die eigentlichen Macher in unseren Reihen in die Lage zu versetzen, „ihr Ding“ zu tun, und die viele Energie, die in ihnen steckt, in die richtigen Bahnen zu lenken.

Malteser ist man nicht allein, heißt es in unseren Leitsätzen. Das gilt auch für den Beauftragten. Ich freue mich darum auf die Fortsetzung der konstruktiven Arbeit im Stadtführungskreis in einem Team gleichberechtigter Partner. Allen voran nenne ich Laura Planko und Frank Ruppert, die die Herkulesaufgabe schultern, unsere Katastrophenschutz-Einheit zu leiten. Gut zu wissen, dass sie mit Alex Bauer, Jens Midderhoff, Florian Papke und Philipp Schmitt tatkräftige Scherpas zur Seite haben, die beim Tragen helfen. Mit Christian Büsch und Cornelius Dirk sind zwei hervorragende Helfervertreter im Amt, die sicherstellen, dass wir die Bedürfnisse der Aktiven nicht aus dem Blick verlieren. Als Ausbildungsreferent war Jens Midderhoff in den vergangenen Jahren so erfolgreich, dass er seine vielen Aufgaben heute kaum noch alleine stemmen kann. Wir hoffen, ihm bald einen Vertreter an die Seite stellen zu können. Und mit Thorsten Sauer haben wir seit kurzem einen neuen Jugendsprecher, in den wir große Hoffnung setzen. Unser Ortspräses Dr. Herbert Breuer sorgt schließlich mehr denn je für den guten Draht nach oben – und das schon seit 25 Jahren. Sie sehen: Auch Stadtbeauftragter ist man nicht allein, für Beistand aller Art ist gesorgt!

Der erste Schritt, Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen, ist, sie auszusprechen. Diese Erfahrung habe ich oft gemacht. Darum will ich Euch meine Wünsche für die kommenden Jahre hier vor Euch ausbreiten:

Ich wünsche mir eine starke Malteser Jugend mit genügend Jugendgruppenleitern, um alle Jugendlichen aufnehmen zu können, die Malteser werden wollen. Gut, dass Hanna Groß und Bianca Heck nach den Ferien eine neue Gruppe aufmachen!
Ich wünsche mir für jeden Helfer in unseren Einsatzdiensten die Dienstbekleidung, die er braucht, und natürlich das Material und die Fahrzeuge, um zeitgemäß Hilfe leisten zu können. Ich wünsche mit stets genügend Ausbilder, um alle Menschen zu schulen, die das wollen, und dass die Bloody-Malti-Gruppe, die heute von Rainer Stens hervorragend gemanagt wird, auch zwei Jahrzehnte nach ihrer Gründung weiterhin so aktiv bleibt wie jetzt. Ich wünsche mir ein lebendiges Soziales Ehrenamt als unsere Antwort auf die stillen Rufe der Einsamkeit, damit die alten, kranken und bedürftigen Menschen in unserer Gesellschaft ihren Lebensabend in Würde verbringen können.

Ich wünsche mir eine starke Gemeinschaft aller Malteser, geprägt von Offenheit, Herzlichkeit, Rücksichtsnahme und Respekt, begeisterte Helfer, die miteinander reden und nicht übereinander. Ich wünsche mir die langfristige Unterstützung von Spendern, Förderern und passiven Mitgliedern. Ich baue auf unsere enge Verbindung mit unseren Partnern in der Verwaltung und in der Kirche, deren Teil wir sind. Ich wünsche mir eine noch intensivere Partnerschaft mit allen Hilfsorganisationen – nicht nur im Einsatz, sondern auch beim gemeinsamen Üben   - und auch beim Feiern. Kommende Woche zeigen wir beim ersten Honnefer Rettungsmeilenfest, wie gut das zusammen geht!

Soweit die wichtigsten großen Wünsche. Und hier jetzt noch ein paar kleine:
Wir brauchen dringend wieder einen Materialwart, der sich um die Pflege unserer Gerätschaften und der persönlichen Ausstattung der Helfer kümmert. Wir suchen noch einen Koordinator für unsere Sanitätseinsätze, der Helfern und Veranstaltern als Ansprechpartner dient. Und wir benötigen eine gestandene Leitungspersönlichkeit für den ehrenamtlichen Besuchs- und Betreuungsdienst, die Hilfsbedürftige und Helfer zusammenführt. Und schließlich wünsche ich mir noch die baldige Einweihung unseres neuen Jugendraums hier im Pfarrheim Sankt Johann Baptist.

Das wollte ich gleich zu Anfang einmal loswerden. Und ich werde es solange wiederholen, bis alles beisammen ist. Mögen Päpste und SPD-Vorsitzende kommen und gehen.

Bei Parteivorsitzenden wäre es jetzt Zeit für den lang anhaltenden Beifall, an dem nachher gemessen wird, welchen Rückhalt er in der Partei hat. Ich brauche nichts dergleichen. Ihre Anwesenheit genügt schon.

Vielen Dank für Ihr Kommen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!