(29.07.2010) Es war der schwerste Einsatz ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit: 35 Helferinnen und Helfer des Malteser Hilfsdienstes aus dem Rhein-Sieg-Kreis waren bei der Loveparade in Duisburg am vergangenen Samstag als Reserveeinheit für die Sanitätsdienst vorgesehen. Sie gehörten zu den ersten Einsatzkräften, die die Opfer einer Massenpanik im Zugangstunnel zum Veranstaltungsgelände versorgten. In Sorge waren auch Angehörige, Freunde und Kollegen der Helfer. Groß war die Erleichterung, als alle in Duisburg eingesetzten Kräfte noch in der Nacht wohlbehalten in den Kreis zurückkehrten.
Auch die daheim gebliebenen Malteser wurden durch die Katastrophe auf den Plan gerufen. In aller Eile besetzten sie die von den Behörden alarmierte Schnelleinsatzgruppe und hielten sich für weitere Notfälle bereit. Unter anderem stellten Honnefer Malteser einen Krankenwagen zur Verfügung, um den Rettungsdienst im Rhein-Sieg-Kreis zu unterstützen.
Die Tage nach der Katastrophe standen ganz im Zeichen der Verarbeitung des Geschehenen. Nicht nur Fahrzeuge und Material mussten wieder in Einsatzbereitschaft gebracht werden, auch die Erlebnisse der Sanitäter galt es zu bewältigen. Die Loveparade-Helfer führten zahlreiche Gespräche miteinander und mit Notfallseelsorgern, die gleich nach dem schweren Einsatz in Duisburg bereitstanden. Ein weiteres Nachgespräch fand am Dienstag für alle Helfer aus dem Rhein-Sieg-Kreis statt.
Lob und Anerkennung von allen Seiten
Auf das Entsetzen über die Katastrophe folgten Lob und Anerkennung von allen Seiten: So dankte das Generalsekretariat des Malteser Hilfsdienstes allen Helfern in einem Schreiben unter anderem mit den Worten: "Trotz des unvorstellbaren Ausmaßes der Katastrophe haben Sie mit großer Professionalität den Einsatz durchgeführt und Ihre Aufgaben wahrgenommen. Ihre großartige Arbeit verdient höchsten Respekt!" Die Diözesanleitung der Malteser schrieb den Einsatzkräften: "Sie haben ein unglaubliches Engagement gezeigt. Jeder hat an seinem Platz sein Bestes gegeben und dazu beigetragen, die schlimme Lage in den Griff zu bekommen. Wir sind sehr stolz auf Sie!" Der Präsident der Malteser, Dr. Constantin von Brandenstein-Zeppelin, wandte sich sogar persönlich an die Helfer aus dem Rhein-Sieg-Kreis. In einer E-Mail an deren Einsatzleiter Dr. Andreas Archut schrieb er: "Von den Vorfällen bin ich tief betroffen. Ein großes Vergelt's Gott allen Ihren tollen Helfern!" Anerkennende Worte kamen auch aus dem Honnefer Rathaus: "Die Stadt Bad Honnef dankt allen Helferinnen und Helfern für ihre selbstlose und vorbildliche Hilfe", ließ Bürgermeisterin Wally Feiden ausrichten. Den offiziellen Stellen schlossen sich auch viele Privatpersonen, Freunde und Kollegen an.
Helfer bedanken sich
Die Malteser-Helfer danken ihrerseits den Notfallseelsorgern in Duisburg und im Rhein-Sieg-Kreis; sie standen unmittelbar nach dem Dienst im Tunnel bereit und haben die Helfer mit ihren Erlebnissen nicht alleine gelassen. Auch ihren Kollegen und der Leitung Einsatzdienste der Malteser Rhein-Sieg danken die Helfer; sie hatten die Gruppe noch in der Nacht in Siegburg empfangen und sich um ihr Wohl gesorgt. Dr. Archut betont im Namen aller Helfer: "Wir danken außerdem allen Freiwilligen aus den Reihen der Loveparade-Besucher, die sich spontan unserem Einsatz angeschlossen haben. Vielen Menschen konnte dadurch schneller und besser geholfen werden!"
Am kommenden Samstag findet in Duisburg eine Trauerfeier für die Opfer der Katastrophe statt, an der auch eine vierköpfige Abordnung der Rhein-Sieg-Malteser teilnehmen wird. Für Bad Honnef fahren die Sanitäter Christian Büsch und Maximilian Notz nach Duisburg, aus Siegburg kommen Stadtbeauftragter Peter Reichel und seine Frau Martina Wolber-Reichel. Sie treffen nach der Gedenkveranstaltung in einer Gruppe von 50 Einsatzkräften den Bundespräsidenten und die Bundeskanzlerin.
Unterdessen geht für die Malteser der Dienst am Nächsten ohne Unterbrechung weiter. In der Nacht zu Donnerstag wurde die Einsatzeinheit unter Führung der Honnefer Malteser wieder alarmiert. Sie soll bei der Evakuierung mehrerer Tausend Menschen im Rahmen einer Bombenentschärfung in Köln zu helfen und Notunterkünfte aufbauen. Es zeichnet sich ab, dass der Einsatz sich noch bis zum Donnerstagabend hinziehen wird.
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