| Malteser Hilfsdienst Bad Honnef |
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Grußwort des Stadtbeauftragten Dr. Hans Michael Höller zur Einweihungsfeier am 08.03.2009Herzlich willkommen, liebe Gäste, zur Einweihung des Bad Honnefer Malteser Quartiers! Lange habe ich mich auf diesen Tag gefreut. Seit mindestens 10 Jahren verfolgen wir das Ziel, neue Räumlichkeiten für die Bad Honnefer Malteser zu finden. Eine beinahe Unendliche Geschichte. Es ist eine Geschichte mit Höhen und Tiefen, voll freudiger Überraschungen und manchmal auch Enttäuschungen, von großem Glück und kleinen Ärgernissen und mit jeder Menge unerwarteter Wendungen – und schließlich mit einem Happy End. Ganz großes Kino eben! Und wenn ich mich hier umschaue, dann sehe ich, das Malteser Quartier ist ein echter Publikumsrenner!
Dass so viele von Ihnen heute (trotz des miserablen Wetters) hierher gekommen sind, kann viele Gründe haben. Vielleicht sind Sie hier, weil Sie mit eigenen Augen sehen wollten, dass es wirklich wahr ist! Das kann ich niemandem verdenken. Auch zeigen Sie mit Ihrer Anwesenheit Ihr Interesse für unsere Sache. Gut möglich auch, dass heute vor allem diejenigen gekommen sind, die zum Gelingen des Projekts Malteser Quartier beigetragen haben.
Aus dem Fundraising wissen wir, dass Spenden vor allem heißt: Zustimmen. Ein überaus demokratischer Vorgang: Niemand ist verpflichtet, für eine Sache sein Geld zu geben. Er entscheidet sich dazu aus freien Stücken und aufgrund einer sehr individuellen Abwägung von Argumenten und Werten. Weit über 200 Personen und Institutionen haben die Entscheidung getroffen, einen Beitrag für dieses Haus zu leisten – die Spender und Paten des Projekts „Malteser Quartier“. Auf der kleinen Gedenktafel, die wir am Eingang aufgehängt haben, finden Sie zum Beispiel die Namen der „Bausteinpaten“, die ihren Obulus gegeben haben. Weitere 2.000 Menschen in Bad Honnef und Königswinter haben sich zum Teil schon vor vielen Jahren entschlossen, als Fördermitglieder die vielfältigen ehrenamtlichen Aktivitäten der Malteser zu unterstützen. Ich wende mich darum auch an diejenigen von ihnen, die heute hier sind: Ohne Sie wäre all das hier überhaupt nicht möglich geworden! Es sind also letztlich vor allem auch die Bürger der Region, die uns in die Lage versetzen, in Not geratenen zu helfen.
Dies gilt ebenso für den Beitrag der Stadt Bad Honnef zu diesem Projekt. Denn eins ist sicher: Ohne das Grundstück, das uns die Stadt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten überlassen hat, hätte es keinen Neubau gegeben. Dafür danken wir Ihnen sehr.
Wenn wir heute unser neues Malteser Quartier einweihen, so ist das nicht das Ende einer langen Geschichte. Es ist bloß der Anfang eines neuen Kapitels in einem Buch, das von Menschen handelt, die sich für andere einsetzen wollen.
Eine konkrete Aufgabe liegt bereits wieder vor uns: Unseren altersschwachen Krankenwagen mussten wir vor kurzem aufgeben – aber nicht wegen der Abwrackprämie! Ein neues Einsatzfahrzeug tut Not, damit wir unsere Dienste angemessen verrichten können. Es ist auch die Voraussetzung dafür, die Fähigkeiten unserer gut ausgebildeten Helfer optimal einsetzen zu können. Aber ohne Spenden wird das angesichts unserer Kassenlage nicht gehen. Der Umstand, dass wir bereits ein erhebliches Spendenaufkommen für das neue Fahrzeug verzeichnen konnten, stimmt mich jedoch optimistisch. Wenn auch Sie etwas zu dem neuen Fahrzeug beitragen möchten, so nutzen Sie bitte die bereitgestellten Spendenbehälter.
Wir freuen uns heute sehr über unsere neue Unterkunft, aber vergessen wir vergessen dabei nicht: Es sind die Menschen, die Gebäude, Fahrzeuge und Material nutzen, auf die es letztlich ankommt! Sie engagieren sich fast täglich in den verschiedensten Diensten – aber immer unter demselben Zeichen:
Das Malteserkreuz ist ein uraltes Symbol. Seine acht äußeren Spitzen – so sagt man – stehen für die Seligpreisungen der Bergpredigt. Aber auch die vier nach innen zeigenden Spitzen haben eine Bedeutung. Sie stehen nämlich für die Kardinaltugenden der Malteser, als da wären:
Sapientia / die Weisheit! Dieser Neubau war eine weise Entscheidung, die nur mit Weitsicht getroffen werden konnte. In tiefer Dankbarkeit sage ich das und verneige mich gerade in Richtung unserer Kölner Gäste: Mit diesem Neubau haben Sie sich zu den Menschen bekannt, die hier aktiv sind. Sie haben damit die wesentliche Grundlage geschaffen für weitere 40 Jahre Malteser-Dienst am Nächsten hier in Bad Honnef.
Justitia / die Gerechtigkeit! Auch an dieser Tugend orientiert man sich offenbar in Köln: Es war nach langem Abwägen die richtige Entscheidung, einer kleinen, wirtschaftlich unbedeutenden aber im Sinne der Malteser sehr aktiven Gliederung eine Chance zu geben.
Fortitudo / die Tapferkeit! Ich glaube, die haben wir in den vergangenen 10 Jahren hinreichend unter Beweis gestellt. Wir haben uns nicht entmutigen lassen, obwohl ein schneller Erfolg ausblieb. Ich bedanke mich sehr herzlich bei meinen Mitstreitern im Stadtführungskreis für ihr Durchhaltevermögen und ihre Beharrlichkeit. Und natürlich danke ich unseren Helferinnen und Helfern, die auch nach Jahren nicht den Glauben verloren haben, dass wir es tatsächlich schaffen würden, und als es dann soweit war, viele Extra-Dienststunden beim Innenausbau des Malteser Quartiers, beim Räumen der alten Unterkunft und schließlich beim Umzug geleistet haben. Denn wohlgemerkt: Die regulären Aufgaben werden ja nicht weniger. Und so ist auch jetzt noch einiges zu tun, wie jeder weiß, der einmal umgezogen ist.
Es gibt aber noch eine vierte Spitze! Und diese steht für Temperantia / die Mäßigung! Und diese Tugend ist besonders auf der Etappe gefragt, die jetzt vor uns liegt. Denn das Gebäude, in dem wir hier stehen, ist sicher nicht die größte denkbare Unterkunft einer Hilfsorganisation. Größe wird überschätzt! Jetzt kommt es darauf an, was wir aus unseren neuen Möglichkeiten machen! Machen wir das Beste daraus! Und erfüllen wir diese Räume mit Leben, mit der Freude am Helfen, mit dem Geist der Malteser. |
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